Mädchen- und Jungenförderung
1. Mädchen- und Jungenförderung an der PAB-Gesamtschule entsprechend dem Gender-mainstreaming-Konzept
Seit etlichen Jahren arbeiten wir in der Peter-August-Böckstiegel Gesamtschule daran, den Gendergedanken in unserem pädagogischen Alltag zu realisieren. Das heißt, dass wir uns in allen Belangen bemühen männer- und frauengerecht und mädchen- und jungengerecht zu arbeiten. („gender“ bezeichnet gesellschaftlich, sozial und kulturell geprägte Rollen bzw. Verhaltensweisen von Männern und Frauen. Diese sind im Wesentlichen erlernbar und damit auch veränderbar. (Protokoll einer Dienstbesprechung der Ansprechpartnerinnen für Gleichstellungsfragen an GE vom 8.6.2004))
2. Geförderte Maßnahmen
Seit 1998 hat die PAB vier Jahre hintereinander an dem Programm „Selbstbehauptung und Konflikttraining für Mädchen und Jungen an Schulen“ des Landes NRW teilgenommen. Die beiden letzten Jahre konnten wir die Jungen- und Mädchenarbeit in dieser Form nicht fortsetzen, da die Gelder gestrichen wurden.
3. Mädchen- und Jungenraum
Im selben Zeitraum wurde ein „Mädchenraum“ eingerichtet, in dem vor allem die jüngeren Mädchen die Mittagspausen verbringen können – selbstbestimmt und selbstgestaltend oder auch einem Angebot folgend. In den Zeiten, in denen eine Praktikantin für Sozialarbeit an der Schule weilte, war die Betreuung jeweils besonders attraktiv und beständig.
Seitdem die Erkenntnis wächst, dass viele Jungen heute deutliche Defizite in ihrer Gesamtentwicklung haben, bemühen wir uns auch in dieser Richtung. Seit neuestem will ein Kollege die Jungenarbeit federführend übernehmen, so dass wir Chancen haben, auch für die Jungen ein geschlechtsspezifisches Pausenangebot machen zu können. Als erstes gehört dazu die Betreuung des „Bauwagens“, in dem –wie im Mädchenraum – Jungen ihre Pausen selbstbestimmt oder sich auf ein Angebot einlassend ihre unterrichtsfreie Zeit verbringen können. Es ist auch daran gedacht ältere Jungen für eine Betreuung zu gewinnen.
4. Schulprojekte
Im 5. Jahrgang werden die Mädchen mit dem Angebot „Mädchenraum“ und „Jungenwagen“ vertraut gemacht. Im 6. Jahrgang läuft die Projektwoche unter dem Stichwort „Mädchen – Jungen“. Ab Jahrgang 8 ist vor allem in dem Bereich „Lebens- und Berufswegeplanung“ der Gender-Gedanke eine feste Größe.
5. Unterrichtsplanung
Bei der Unterrichtsplanung werden die jeweils altersgemäßen Mädchen- bzw. Jungenbedürfnisse in der Regel berücksichtigt (z.B. bei der Lektüreauswahl, bei Beispielen im naturwissenschaftlichen Bereich, im Sport u.a.m.).
6. Fortbildung des Kollegiums
Gendergerechter Unterricht stand 2002 an einem Pädagogischen Tag auf dem Programm. Es wurde deutlich, dass wir alle als Frauen und Männer mit unseren soziokulturellen Vorzügen und Einschränkungen agieren, was sich auch immer im Umgang mit den Schülerinnen und Schülern zeigt. Die Bereitschaft, diese Erkenntnis konstruktiv und selbstkritisch zu bedenken und gegebenenfalls zu verändern, muss immer wieder angesprochen und gefördert werden.
7. Arbeitsgruppe
Es besteht ein Kreis von KollegInnen, der sich sporadisch trifft, um über Genderfragen in Bezug auf den Schulalltag zu beraten.
(HOL)
01/2005




