
Am Freitag, 21.01.2011, fand in unserer Mensa eine Ausstellung, zum Thema: „Deportation der Juden aus Bielefeld“, statt. Diese Ausstellung dient u.a. als Teil der Vorbereitung für die Fahrt nach Krakau unserer jetzigen 10. Klassen und dem Besuch des KZ Auschwitz Birkenau.
Deportation kommt aus dem Lateinischen und bedeutet „wegbringen, fortschaffen“. Während des Dritten Reiches wurden Juden aus Deutschland und den besetzten Gebieten deportiert, u.a. in Konzentrationslager, z.B. Auschwitz verschleppt und umgebracht.
Initiator für die Ausstellung war Frau Müller-Röhr. Unterstützt wurde sie bei der Organisation und Durchführung von dem „ Arbeitskreis 09.11.1938 in OWL“ unter der Leitung von Sigrid Ellerbrake und Ute Dausendschön Gay. Der Arbeitskreis stellte auch einen Film und Exponate zur Verfügung, die letztes Jahr im Rahmen der Ausstellung „Jüdisches Leben in Werther“ zu sehen waren. Außerdem schilderte Rolf Schwarze als Zeitzeuge aus Werther seine Erinnerungen und Erlebnisse.
Rolf Schwarze ist Zeitzeuge und hat selbst die Ausgrenzungen miterlebt und erzählte von seinen eigenen Erfahrungen. Er hatte als kleiner Junge auch zwei jüdische Mädchen in der Klasse, die genauso integriert waren, wie alle anderen auch. Doch dann wurde den Schülern erzählt, dass die beiden Mädchen weg müssen, weil sie Juden waren, und die Schüler verstanden nicht warum, denn für sie gehörten die beiden Mädchen einfach dazu.
Außerdem kannte Rolf Schwarze die Brüder Artur und Max Sachs aus Werther. Max wurde schon immer viel geärgert, und als es anfing mit den Lügen, dass Juden etwas Schlechtes sind, wurde es noch schlimmer. Auch sie wurden mit ihrer Familie 1943 deportiert und kamen in das Konzentrationslager in Auschwitz. Von dort aus schrieb ihr Vater, Julius Sachs, heimlich Briefe an die ehemaligen Nachbarn Husemann. Aus diesen Briefen wissen wir jetzt viel über das Geschehen dort.
Rolf Schwarze wurde selbst mit 15 Jahren zum Militär geschickt und musste sich am heutigen Obersee aufstellen um die Tiefflieger abzuwehren. So eine Tätigkeit, bzw. einen 15 Jährigen zum Militär zu schicken, wäre heute undenkbar.
In unserer Mensa steht uns außer vielen Bilder, Texten und Plakaten auch ein Film zur Verfügung. „Spielzeugland“ ist ein Film über einen kleinen Jungen, dessen bester Freund Jude ist. Sein Freund und die Familie werden deportiert, doch das wollen sie dem kleinen Jungen nicht sagen. So erzählt seine Mutter ihm, dass der Freund ins Spielzeugland fahren würde. Das findet er total toll und läuft heimlich von seiner Mutter weg, um auch mit dorthin fahren zu können. Er versteckt sich bei seinem jüdischen Freund und kommt mit. Doch bevor er in einen der Züge steigen kann, die in das Konzentrationslager fahren, wird er von den Aufsehern aussortiert, die merken, dass er kein Jude ist.
Seine Mutter weiß natürlich nicht, dass er nicht mit in den Zügen ist, und lässt ihn dort suchen. Als sie an dem Wagon ankommt und sieht, dass ihr Sohn nicht drin ist, gibt sie den besten Freund als ihren Sohn aus, um ihn zu schützen.
Bericht: Luca Remmler (Schülerin der 9 Calluna, Werther)
Aktualisiert (Dienstag, den 25. Januar 2011 um 11:44 Uhr)